Melanotan II — Wissenschaftliche Information zum Forschungsreagenz (DE)
Was ist Melanotan II wissenschaftlich? Übersicht zu Molekülstruktur, MC1R/MC4R-Affinitäten und rechtlichem Status als Forschungsreagenz. Research use only.

Rechtlicher Hinweis
Research Use Only — Nicht für Humanverwendung. Melanotan II ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen. Jegliche Präsentation als Bräunungsmittel, Kosmetikum oder Lifestyle-Produkt ist rechtswidrig und erfüllt den Tatbestand „Arzneimittel nach Präsentation" gemäß AMG § 2 bzw. Art. L.5111-1 CSP. Dieser Artikel dient ausschließlich der wissenschaftlichen Information für die Forschungsgemeinschaft.
Molekül-Steckbrief
| Eigenschaft | Detail |
|---|---|
| Bezeichnung | Melanotan II (MT-II) |
| Sequenz | Ac-Nle-c[Asp-His-D-Phe-Arg-Trp-Lys]-NH₂ (zyklisch) |
| Molekulargewicht | 1 024,18 Da |
| Rezeptorziele | MC1R, MC3R, MC4R, MC5R (nicht selektiver Agonist) |
| Fläschchen | 10 mg lyophilisiertes Pulver, weiß |
| Lagerung | −20 °C (Lyophilisat, 24 Monate), 2–8 °C (rekonstituiert, max. 28 Tage) |
| Zulassungsstatus | Nicht zugelassen — Forschungsreagenz (research use only) |
Wissenschaftlicher Kontext
Melanotan II wurde in den 1980er Jahren an der University of Arizona (Hruby, Hadley et al.) als zyklisches, stabilisiertes Analogon von α-MSH entwickelt. Ziel der ursprünglichen Forschung war es, einen potenten MC1R-Agonisten mit längerer Halbwertszeit als das native α-MSH zu generieren, um die Signalwege der Pigmentbildung in vitro zu untersuchen. Die Arbeiten dieser Gruppe haben das Feld der Melanokortin-Rezeptor-Pharmakologie maßgeblich geprägt und zur Entwicklung moderner Arzneimittel wie Afamelanotid (Scenesse®) und Bremelanotid (Vyleesi®) geführt.
In der heutigen Forschung dient MT-II als Tool-Compound in Rezeptor-Bindungsassays, Zellkulturstudien an primären Melanozyten und HEK293-Rezeptorklonen sowie in präklinischen Tiermodellen zur Untersuchung der Energie- und Sexualhomöostase über MC4R.
Qualitätskriterien für Forschungschargen
Für wissenschaftliche Reproduzierbarkeit sollten Forschungschargen folgende Parameter dokumentieren:
- HPLC-Reinheit ≥ 98 % (Standardmethode für synthetische Peptide).
- Identitätsbestätigung per Massenspektrometrie (MS), Zielmasse ~1 024 Da.
- Sterilität gemäß USP <71> für steril lyophilisierte Vials.
- Endotoxinarmut gemäß USP <85> (LAL-Test).
- Aspekt: weißes, homogenes Lyophilisat in verschlossenem Vial.
- Lot-Nummer und Ablaufdatum nachvollziehbar dokumentiert.
Die Qualitätsdokumentation (Certificate of Analysis, CoA) sollte vor jedem Assay geprüft werden, um Reproduzierbarkeit zu gewährleisten.
Rechtlicher Status in Deutschland / EU
Melanotan II ist in Deutschland nicht als Arzneimittel zugelassen. Eine Vermarktung als Bräunungsmittel, Kosmetikum oder Nahrungsergänzungsmittel ist unzulässig und kann als „Arzneimittel nach Präsentation" eingestuft werden (AMG § 2), was den Straftatbestand AMG § 95 erfüllt. Als Forschungsreagenz darf MT-II nur an dokumentierte Forschungseinrichtungen und Laborforschende abgegeben werden, ausschließlich zur In-vitro-Nutzung. EMA und BfArM haben mehrfach vor unkontrolliertem Gebrauch gewarnt.
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