Nootropische Peptide in der Forschung: Semax, Selank und Literatur
Semax und Selank sind nootropische Peptide, die primär in der russischen Grundlagenforschung beschrieben wurden. Ein literaturbasierter Überblick.

Einordnung als Forschungschemikalien
Der Begriff „Nootropikum" wurde 1972 von Corneliu Giurgea geprägt und beschreibt eine Substanzklasse, die in präklinischen Modellen kognitive Parameter modulieren soll. Semax und Selank sind russische Entwicklungen, die in der Grundlagenforschung zur neurochemischen Signaltransduktion untersucht wurden.
Semax in der Forschungsliteratur
Semax ist ein synthetisches Heptapeptid mit Strukturverwandtschaft zu ACTH(4–10). In der Literatur wird es der Arbeitsgruppe um Ashmarin am Institut für Molekulargenetik der Russischen Akademie der Wissenschaften zugeschrieben.
- BDNF-Modulation: In präklinischen Nagetier-Studien (Levitskaya et al., 2004) wurden Veränderungen der BDNF-mRNA-Expression im Hippocampus dokumentiert.
- Rezeptorbiologie: In Zellkultur- und Tiermodellen wurden Interaktionen mit dem melanocortin-verwandten Signalweg und mit monoaminergen Systemen beschrieben.
- Neuroprotektive Modelle: Gusev et al. (2006) beschrieben Befunde in präklinischen Schlaganfallmodellen.
Alle Ergebnisse stammen aus Tiermodellen oder Zellkulturen. Eine Humanextrapolation ist wissenschaftlich unzulässig.
Selank in der Forschungsliteratur
Selank ist ein synthetisches Heptapeptid auf Basis des endogenen Tuftsin-Motivs. In der Literatur wird es im Kontext der GABAergen Signalmodulation und der Enkephalinase-Hemmung in Tiermodellen beschrieben (Seredenin et al., 2002; Kozlovskii et al., 2003; Zozulya et al., 2008).
- Untersuchungen fokussierten auf präklinische Verhaltenstests in Nagetiermodellen.
- Effekte auf den Corticosteron-Spiegel in Stressmodellen wurden dokumentiert.
- Die Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf Tiermodelle; klinische Phase-III-Studien nach EU-Standard liegen nicht vor.
Weitere in der Grundlagenforschung untersuchte Peptide
Die wissenschaftliche Literatur diskutiert eine Reihe weiterer Moleküle im Kontext kognitiver Grundlagenforschung:
- NAD+ — Coenzym zentraler Redoxreaktionen; als Forschungschemikalie Gegenstand präklinischer Stoffwechselstudien.
- BPC-157 — In präklinischen Studien werden neuroprotektive Parameter beschrieben (Forschungschemikalie, keine Humanzulassung).
- MOTS-c — Mitochondrial kodiertes Peptid, beschrieben in metabolischer Grundlagenforschung.
Keines dieser Moleküle ist in Deutschland oder der EU als Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel zur kognitiven Anwendung zugelassen.
Rechtlicher Disclaimer
- AMG § 2, § 21 — Semax, Selank und verwandte nootropische Peptide sind in der EU nicht zugelassen.
- AMG § 95 — Abgabe oder Werbung zur Humananwendung ist strafbewehrt.
- HWG § 10, § 11 — Laienwerbung mit Heilversprechen für nicht zugelassene Substanzen ist untersagt.
Bei Fragen zu Konzentration, Gedächtnis, Angststörungen oder kognitiven Beschwerden wenden Sie sich bitte ausschließlich an einen approbierten Arzt — etwa einen Neurologen, Psychiater oder Hausarzt. Offizielle Informationen zu zugelassenen Arzneimitteln finden Sie beim BfArM.
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