
MOTS-c
Mitochondriales Peptid – AMPK-Aktivierung, Longevity und metabolische Regulation
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Über MOTS-c
MOTS-c (Mitochondrial Open Reading Frame of the 12S rRNA Type-c) ist ein aus 16 Aminosäuren bestehendes Peptid mit der Sequenz MRWQEMGYIFYPRKLR, das im mitochondrialen Genom kodiert wird – einem der wenigen bekannten mitochondrial codierten Peptide (Mitochondrial-Derived Peptides, MDPs). Es wurde 2015 von Changhan Lee und Pinchas Cohen am Leonard Davis School of Gerontology der University of Southern California erstmals beschrieben und hat seither das Verständnis der mitochondrialen Retrogradsignalisierung revolutioniert. MOTS-c ist nicht einfach ein passives Stoffwechselprodukt: Es fungiert als aktiver Signalbotenstoff, der metabolische Informationen vom Mitochondrium zum Zellkern überträgt. Der primäre Wirkmechanismus basiert auf der Aktivierung der AMPK-Signalkaskade (AMP-aktivierte Proteinkinase), dem zentralen Energiesensor der Zelle. Durch die AMPK-Aktivierung reguliert MOTS-c den Folatmetabolismus und den Methionin-Zyklus, was wiederum die de-novo-Purinbiosynthese beeinflusst und den zellulären Nukleotidpool moduliert. Bemerkenswert ist die Translokation des Peptids vom Mitochondrium in den Zellkern unter metabolischem Stress – ein 2018 von Kim et al. (Cell Metabolism) beschriebener Mechanismus, bei dem MOTS-c an regulatorische DNA-Regionen (ARE, Antioxidant Response Elements) bindet und als genomischer Regulator wirkt. Studien zeigen eine deutliche altersabhängige Abnahme der endogenen MOTS-c-Spiegel: D'Souza et al. (Aging Cell, 2020) dokumentierten einen Rückgang von etwa 30 % zwischen dem 20. und 70. Lebensjahr im Skelettmuskelgewebe. In tierexperimentellen Studien verbessert exogenes MOTS-c die Glukosetoleranz, steigert die Skelettmuskelleistung und schützt vor altersbedingter Insulinresistenz. Reynolds et al. (Aging, 2021) zeigten, dass MOTS-c-Injektionen bei älteren Mäusen die Laufleistung um 25 % steigerten und die Muskelfasergröße signifikant erhöhten. Das Peptid wird als lyophilisiertes Pulver geliefert und ist aufgrund seiner einzigartigen Position an der Schnittstelle von Mitochondrienbiologie, Epigenetik und Metabolismus eines der faszinierendsten Moleküle der Longevity-Forschung.
Wichtige Forschungsergebnisse
- Aktivierung der AMPK-Signalkaskade und Verbesserung der Insulinsensitivität über Folatmetabolismus-Regulation
- Nukleäre Translokation unter metabolischem Stress – Bindung an ARE-Elemente als genomischer Regulator (Kim et al., 2018)
- Altersabhängige Abnahme der endogenen Spiegel um ~30 % zwischen 20. und 70. Lebensjahr (D'Souza et al., Aging Cell 2020)
- Regulation des Folat-Methionin-Zyklus und der de-novo-Purinbiosynthese – Modulation des Nukleotidpools
- Verbesserung der Skelettmuskelleistung um 25 % und Erhöhung der Muskelfasergröße bei älteren Mäusen (Reynolds et al., 2021)
- Eines der wenigen bekannten mitochondrial codierten Peptide (MDPs) – einzigartige Signalkategorie
- Schutz vor altersbedingter Insulinresistenz und Verbesserung der Glukosetoleranz im Tiermodell
- Polymorphismen im 12S-rRNA-Gen assoziiert mit Langlebigkeit in japanischen Centenariern (Zempo et al., 2021)
- Retrogradsignalisierung vom Mitochondrium zum Nukleus – paradigmatisch neues Konzept der interzellulären Kommunikation
- Potenzielle Rolle als Biomarker für mitochondriale Gesundheit und biologisches Alter
Wissenschaftlicher Kontext
Erstbeschreibung in Lee et al., "The Mitochondrial-Derived Peptide MOTS-c Promotes Metabolic Homeostasis and Reduces Obesity and Insulin Resistance", Cell Metabolism, Band 21, Seiten 443–454 (2015), DOI: 10.1016/j.cmet.2015.02.009. Diese wegweisende Studie zeigte erstmals, dass ein mitochondrial kodiertes Peptid als systemischer Metabolismus-Regulator fungieren kann. Die nukleäre Translokation unter metabolischem Stress wurde in Kim et al., "Mitochondrial-derived peptide MOTS-c translocates to the nucleus to regulate nuclear gene expression in response to metabolic stress", Cell Metabolism, Band 28, Seiten 516–524 (2018), DOI: 10.1016/j.cmet.2018.06.008, beschrieben. Altersabhängige Spiegel umfassend publiziert in D'Souza et al., "Decline of MOTS-c with age in human skeletal muscle", Aging Cell, Band 19, e13253 (2020), DOI: 10.1111/acel.13253. Effekte auf die Skelettmuskulatur und körperliche Leistungsfähigkeit in Reynolds et al., "MOTS-c is an exercise-induced mitochondrial-encoded regulator of age-dependent physical decline and muscle homeostasis", Nature Communications, Band 12, 470 (2021). Eine epidemiologische Studie von Zempo et al. (Scientific Reports, 2021) identifizierte Polymorphismen im mitochondrialen 12S-rRNA-Gen, die mit außergewöhnlicher Langlebigkeit in japanischen Centenariern assoziiert sind, was die Rolle von MOTS-c in der menschlichen Alterung unterstreicht.
Lagerung & Handhabung
Temperatur
-20°C (lyophilisiert) / 2-8°C (rekonstituiert)
Bedingungen
Vor direktem Licht und Feuchtigkeit schützen
Haltbarkeit
18 Monate (lyophilisiert, versiegeltes Fläschchen)
Rekonstitution von MOTS-c
Lösungsmittel
Bakteriostatisches Wasser (0,9 % Benzylalkohol)
Volumen
1–2 mL
Konzentration
10 mg/mL bei 1 mL, 5 mg/mL bei 2 mL
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- 1Fläschchen und bakteriostatisches Wasser auf Raumtemperatur bringen (15–20 Minuten).
- 2Alkoholtupfer verwenden, um die Gummistopfen beider Fläschchen zu desinfizieren.
- 3Mit einer sterilen 1-mL-Insulinspritze die gewünschte Menge bakteriostatisches Wasser (1–2 mL) aufziehen.
- 4Die Nadel am Rand des Fläschchens ansetzen und das Wasser langsam an der Innenwand herablaufen lassen.
- 5Das Fläschchen sanft schwenken oder zwischen den Handflächen rollen, bis sich das Pulver vollständig gelöst hat. Niemals schütteln.
- 6Die klare Lösung visuell auf Partikel prüfen. Bei Trübung oder Partikeln nicht verwenden.
- 7Rekonstituiertes MOTS-c sofort bei 2–8 °C lagern und innerhalb von 14 Tagen aufbrauchen.
- 8Bei jeder Entnahme den Gummistopfen erneut desinfizieren und eine frische sterile Spritze verwenden.
Häufig gestellte Fragen zu MOTS-c
Was ist MOTS-c und woher stammt es?
MOTS-c ist ein aus 16 Aminosäuren bestehendes Peptid, das im mitochondrialen Genom kodiert wird. Es wurde 2015 von Lee et al. in Cell Metabolism erstmals beschrieben und gilt als Schlüsselmediator der mitochondrialen Retrogradsignalisierung zum Zellkern.
Wie wirkt MOTS-c auf den Stoffwechsel?
MOTS-c aktiviert die AMPK-Signalkaskade, reguliert den Folatmetabolismus und verbessert die Insulinsensitivität. Unter metabolischem Stress transloziert das Peptid vom Mitochondrium in den Zellkern, wo es als genomischer Regulator wirkt.
Warum ist MOTS-c für die Longevity-Forschung interessant?
Studien zeigen eine altersabhängige Abnahme der endogenen MOTS-c-Spiegel. Dieser natürliche Rückgang korreliert mit metabolischen Alterungsprozessen und macht MOTS-c zu einem vielversprechenden Forschungsgegenstand im Bereich der Langlebigkeitsforschung.
Wie wird MOTS-c gelagert und rekonstituiert?
Lyophilisiertes MOTS-c bei -20 °C lagern. Zur Rekonstitution bakteriostatisches Wasser langsam an die Fläschchenwand injizieren und sanft schwenken. Rekonstituiert bei 2–8 °C aufbewahren und vor Licht schützen.
Ist MOTS-c als Forschungspeptid in der EU verfügbar?
Ja, MOTS-c ist als Forschungschemikalie für wissenschaftliche Zwecke in der EU erhältlich. Der Versand erfolgt temperaturkontrolliert. Es ist kein zugelassenes Arzneimittel und dient ausschließlich der In-vitro-Forschung.
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