NAD+ Forschung: Sirtuine, Mitochondrien und DNA-Reparatur
NAD+ ist ein zentrales Coenzym in Zellstoffwechsel und DNA-Reparatur. Überblick über In-vitro- und Tiermodell-Daten (research use only).

Was ist NAD+ und warum sinkt es mit dem Alter?
Nicotinamid-Adenin-Dinukleotid (NAD+) ist ein Coenzym, das in jeder lebenden Zelle vorkommt. Es spielt eine zentrale Rolle bei über 500 enzymatischen Reaktionen, darunter die mitochondriale Energieproduktion, DNA-Reparatur und die Regulation der zirkadianen Uhr.
In Gewebsanalysen (Yoshino et al., Cell Metabolism, 2018) wurde ein altersassoziierter Rückgang der NAD+-Gewebespiegel beschrieben. Diese Befunde stammen aus Grundlagenforschung an Tiermodellen und humanen Biopsien.
Die Forschung zu NAD+ als Grundlagen-Forschungsreagenz wird seit Jahren von mehreren Gruppen (u. a. Sinclair, Imai) bearbeitet; NAD+ wird hier ausschließlich als Laborreagenz (research use only) angeboten.
Wirkmechanismus: Sirtuine, PARPs und CD38
NAD+ entfaltet seine Wirkung über drei Hauptwege:
- Sirtuine (SIRT1–7): Diese NAD+-abhängigen Deacetylasen regulieren Genexpression, Entzündung und Stoffwechsel. SIRT1 aktiviert PGC-1α, den Masterregulator der mitochondrialen Biogenese. SIRT3 schützt mitochondriale Proteine vor oxidativem Stress
- PARPs (Poly-ADP-Ribose-Polymerasen): Diese Enzyme nutzen NAD+ zur DNA-Reparatur. PARP1 verbraucht bei DNA-Schäden große Mengen NAD+, was bei chronischem Stress zu einem Teufelskreis der NAD+-Erschöpfung führt
- CD38: Ein NAD+-verbrauchendes Enzym, dessen Expression mit dem Alter ansteigt. CD38 ist der Hauptgrund für den altersbedingten NAD+-Rückgang (Camacho-Pereira et al., Cell Metabolism, 2016)
Die Supplementierung mit NAD+ zielt darauf ab, diesen dreifachen Verbrauch auszugleichen und die zelluläre Homöostase wiederherzustellen.
Klinische Forschungsdaten
Die klinische Forschung zu NAD+-Supplementierung zeigt vielversprechende Ergebnisse:
- In einer publizierten Studie (Nature Communications, 2022) wurden Veränderungen der NAD+-Blutspiegel unter NAD+-Vorläufern berichtet
- Tiermodelle zeigen Veränderungen mitochondrialer Marker und Ausdauerparameter (Zhang et al., Science, 2016)
- In-vitro-Studien an humanen Zellen beschreiben Veränderungen von DNA-Reparatur-Markern (Li et al., 2017)
Die Übertragbarkeit von Tiermodellen und Zellkulturdaten auf den Menschen ist nicht belegt.
NAD+ in der Grundlagenforschung: Lab-Handling
In In-vitro-Assays wird NAD+ als Laborreagenz eingesetzt. Die Arbeitskonzentrationen richten sich nach dem jeweiligen Enzym- oder Zellkultur-Assay und liegen typischerweise im µM-Bereich.
Für die Solubilisierung des Lyophilisats wird im Labor bakteriostatisches Wasser oder ein geeigneter Puffer verwendet; die Stocklösung wird bei 2–8 °C im Laborkühlschrank aufbewahrt. Dies ist ein Labor-SOP für In-vitro-Assays und keine Anleitung für Humangebrauch.
Synergie mit anderen Forschungspeptiden
In der aktuellen Forschung wird NAD+ zunehmend in Kombination mit anderen Wirkstoffen untersucht:
- NAD+ und MOTS-c: MOTS-c ist ein mitochondriales Peptid, das den AMPK-Signalweg aktiviert. In Kombination mit NAD+ könnte sich eine synergistische Wirkung auf die mitochondriale Funktion ergeben
- NAD+ und GHK-Cu: Während NAD+ die zelluläre Energieproduktion unterstützt, fördert GHK-Cu die Genexpression für Gewebereparatur — ein komplementärer Ansatz in der Alterungsforschung
- NAD+ und Resveratrol: Resveratrol aktiviert SIRT1, dessen Funktion NAD+-abhängig ist. Die Kombination wird in mehreren laufenden Grundlagenstudien untersucht
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